Wir sind stolz auf unsere drei Manta-Points, aber am Coral Garden sind die Tauchgänge mit Giganten der Meere einfach umwerfend. Jeden zweiten Tag wollen unsere Taucher und wir natürlich auch dorthin. Wir lassen uns einfach im Blauwasser fallen und kommen direkt am Mantablock an. Wenn sich alle Taucher ruhig verhalten, ist es keine Seltenheit dass die Mantas sehr nahe an uns rankommen. Gerade heute sind wir im Coral Garden gewesen und konnten die tollen Eindrücke eine ganze Stunde lang geniessen. Heute hatten wir gleich noch eine zweite Sensation - denn wir haben nicht nur Mantas beim Tauchen beobachten können sondern es waren auch gleichzeitig jede Menge Delphine dort, die über unsere Köpfe hinweggezogen sind. Jedesmal, wenn wir von unseren Tauchgängen am Aussenriff oder den Kanälen zurückkommen, schauen wir bei unseren Mantas vorbei und es hält keinen an Bord. Wir gleiten nochmals für einen kleinen Schnorchelgang ins Wasser um den Mantas einfach kurz Hallo zu sagen.
Sonnig ein wenig Wind - 15 Taucher auf dem Tauchboot, und fertig zu ablegen. Eigentlich eine Ausfahrt wie jede andere. Plötzlich schreit der Kaptain "Fehurihi" Alle schauen über die Bordwand und starren ins Meer. Ein grosser, schwarzer Schatten unter dem Boot der sich langsam bewegt. Zuerst wollte es niemand so recht glauben, aber dann war die Aufregung um so größer. "Mensch, das ist ja ein Walhai!" Alle sprangen wie die Verrückten ins Wasser, selbst die Leute am Strand waren nicht mehr zu halten. Ein Walhai etwa 6 Meter lang - konnte in der Lagune von Villi Varu beobachtet werden. Es ist äusserst selten, dass diese Giganten sich in Flachwasser wagen - aber es kommt ab und zu vor. Wir schnorchelten etwa 15 Minuten mit ihm, bis er ganz langsam wieder in tiefere Gefilde abgetaucht ist. Ein einmaliges Erlebnis - nicht nur für Taucher.
sonnig und windig zwei Gruppen mit je 5 Tauchern
Wenn man glaubt, man kennt einen Tauchplatz nur weil man dort schon oft getaucht hat, dann ist das ein Irrtum. Das Meer hat immer ein paar Überraschungen für uns parat, und heute war es wieder eine ganz besonders schöne. Der Tauchgang am Stage Reef führt uns über eine Sandfläche entlang des Außenriffs. Weisspitzenriffhaie liegen unter uns im Sand und wir lassen uns mit der Strömung darüber hinwegtreiben. Wir verhalten uns ruhig um sie nicht aufzuschrecken, denn wir wollen sie möglichst lange beobachten. Am Stagereef ist das soweit ein "normaler" Tauchgang, aber heute haben wir besonderes Glück, denn nach der "Hai - Vorspeise" besteht unser "Hauptgang" aus drei schwarzgefleckten Stachelrochen. Der Größte von ihnen liegt nicht so ganz so tief und das gibt uns die Gelegenheit uns langsam anzuschleichen. Bis auf gut einem Meter lässt er uns heran. Wir schauen in das tiefschwarze Auge und stauen über das rhytmische öffnen und schließen der Kiemen. Es ist ein großes Tier mit einem hoch aufgewölbten Rücken und einem imposanten Schwanz mit seinem gezackten Stachel. Nach geraumer Zeit mit "unserem" Rochen lassen wir uns gespannt weitertreiben was uns die Nachspeise heute bringt.
Plötzlich sehe ich zwei Dinge gleichzeitig, einmal ein großes dunkles "Ding" das da auf dem Sand liegt und dann sind da noch zwei große Fische die auf uns zukommen. Auf den ersten Blick sehen die aus wie kleine Haie, aber doch nicht ganz. Beim Näherkommen entpuppen die Fische sich als Kobias, Anhalter der Meere die meist mit großen Haien oder Rochen unterwegs sind. Das große dunkle "Ding" ist genau so etwas oder besser gesagt eine Mischung aus beiden. Ein großer dunkeler Gitarrenrochen ca. 3 Meter lang! Es ist ein bizarres Tier, halb Hai, halb Rochen. Der Schwanz ist vom Hai, stromlinienförmig und mit großen Flossen, der Kopf mit seiner langen Nase und die riesigen Brustflossen sind aber eindeutig von den Rochen geerbt. Mit seinen hoch aufragenden Rückenflossen und der großen Schwanzflosse erinnert er mich an ein Urtier, an einen Vertreter längst vergangener Tage. Gitarrenrochen sind sehr scheue Tiere und wir sind schon viel zu nahe herangetaucht. Er erhebt sich vom Sandboden und schwimmt mit mächtigem Schwanzausschlag davon, hinab in unbekannte Tiefen des Oceans, die Kobias an seiner Seite. Was für ein tolle Fisch!!
Es ist noch früh am morgen, kurz vor Sonnenaufgang. Die meisten Gäste im Hotel schlafen noch, nur ich und meine Tauchgruppe machen sich fertig zum "early-morning" Tauchgang am Hausriff. Wir wollen an Passage 1 tauchen. Zu Fuss sind es keine 5 Minuten von der Basis aus. Um 6:05 tauchen wir ab. Es ist noch düster und die Sicht ist eingeschränkt. Die Strömung ist leicht gegen uns und wir müssen etwas in die Flossen treten. Aber es wird sich lohnen, denn um diese Zeit ist Jagdzeit. Alles was Flossen hat ist dort unterwegs, wo sich die Strömung teilt. Auf 14 mtr Tiefe erreichen wir nach 10 Minuten den Scheitelpunkt. Wie eine dunkle Wolken stehen geballt Füssilierfische über dem Riffdach und schnappen nach fressbarem. Silbrigglänzend brausen Juvenile Sardinen kurz unter der Wasseroberfläche über unsere Köpfe hinweg, verfolgt von blaugrünen Regenbogenmakrelen. Etwas unter uns können wir grosse Thunas mit furchterregenden Zähnen entdecken. Es sind Hochseeräuber die ins Innenatoll kommen heute Ihr Glück am Hausriff versuchen. Alle sind auf der Lauer, fressen und gefressen werden ist die Devise. Mein buddy stupst mich am Ärmel und zeigt mit ausgestrecktem Arm nach vorne. Super jetzt kommen noch unsere Schwarzspitzen Haie dazu. Das kann ja heiter werden. Das Licht wird heller und man kann im dunklen Blau bereits alles gut erkennen. Plötzlich verfärben sich die Thuna´s von unisilber und bekommen dunkle Querbinden am Körper. Ein eindeutiges Zeichen von höchster Erregung. Und mit einem mal geht es los. Begleitet von einem hörbaren Knall explodieren die Räuber und schiessen auf den Schwarm Füssiliere zu, und wie geahnt sind auch die Regenbogenmakrelen wieder da und selbst die Haie kennen kein halten mehr und stürzen sich ebenso auf den gedeckten Tisch. Ein rauschen und brausen, ein jagen, ein fliehen und auseinanderstoben. Automatisch ducken wir uns und ziehen die Köpfe ein - es brodelt unter Wasser. Der Wahnsinn schlechthin.
Tauchbericht von einem Maledivischen Blue Hole
In der Nacht hat es gedonnert und geregnet aber wie meistens, ist auch heute morgen die Luft klar und die Sonne brennt vom Planeten. Ein guter Grund zum Maafushi Tila unserem Blue Hole zu fahren. Die Fahrt mit dem Dhonie führt 25 Minuten nach Nordosten und wir geniessen die Fahrt auf unserem "Sonnendeck". Vor dem Bug steigen immer wieder fliegende Fische auf. Am Horizont ziehen zwei selten gewordene Segeldhonies durch das Atoll. Wir machen uns noch während der Fahrt fertig. Mein Tauchkollege springt mit ABC ins Wasser um die Strömungsrichtung und Stärke zu checken. Leichte Strömung, Sicht 30 meter. Als zweite kleine Gruppen tauchen unter idealen Bedingungen ab. Der Weg zum Einstieg führt uns vorbei an grünen Korallen und Gorgonien, ein bunter Büschelbarsch sitzt zwischen den Zweigen. Wir bewundern das aussergewöhnliche Blaue der relativ seltenen Paletten - Doktorfische. Perfekt austariert geht es vorbei an einem Feld von Gelbstriemenschnapper die uns offensichtlich ignorieren und mit leichten Flossenbewegungen geschickt um uns herum manöverieren. Zwischen Korallen eingeklemmt sitzt eine Karettschildkröte und kaut genüsslich an einem Leckerbissen. Gruppe eins signalisiert vorausschauend, gleich kommt der Höhleneingang. Wir steuern etwas gegen und bremsen unseren drift ab. Das Tila öffnet sich in 25 metern zu einer grossen Kathedrale, wo vom Höhleneingang her blauschimmernden Licht die Szenerie durchflutet. Im Eingang steht ein Schwarm von Hochseemakrelen. Ich schalte zusätzlich meine Lampe ein und tauchen an den Fischen vorbei ins Innere, um die Farbenpracht der Grottenwand zu erkunden. Im Dunkel liegt ein Stachelrochen als Wächter, er bleibt regungslos liegen und lässt uns passieren. In kleinen Spalten sind Putzergarnelen und farbenprächtige Nacktschnecken ausfindig zu machen. Weiter oben steht eine Schwarze Koralle mit bunten Federhaarsternen. Die Augen von zwei Skorpionfichen glühen im Licht meiner UW-Lampe. In einem Unterstand stehen Soldatenfische und schwimmen neugierig bis fast an meine Taucherbrille. Zwei Dicklippenfische meiden unser Kommen und gleiten durch den Höhlenausgang davon. Das Manometer steht auf 50 bar. Langsam wird es Zeit zum ans austauchen zu denken. Langsam steigen dem Sonnenlicht entgegen um unseren 5 Minuten Sicherheits Stop zu machen. Verblüffend wie unterschiedlich doch die Tauchgänge sein können.
Ich als Diveguide und 6 Taucher
Eigentlich wollten wir ja ganz woanders hin, aber dann kam der Regen und wir wechselten zu dem besser geschützten Tauchplatz am Außenriff vor Kandooma. Tauchgänge bei Regen haben irgendwie etwas mystisches und geheimnisvolles und den Regen hört man als rauschen an der Wasseroberfläche. Die Sicht war unerwartet gut, bei Regen bilden sich oft Schlieren im Wasser, aber heute war es klar. Gleich zu Beginn hatten wir Glück und mehrere Schwärme unterschiedlicher Füselierarten warteten schon am Riffdach auf uns. Füselierschwärme sind beeindruckend, besonders wenn noch ein paar Makrelen oder Tunfische für Bewegung sorgen. Es erinnert mich irgendwie an ein Feuerwerk wenn solch ein Jäger in den Schwarm hineinsticht und die Fische in alle Richtungen zu entkommen suchen. Unglaublich wie synchron alles im Schwarm jetzt ist, jeder Fisch ist wie mit dem Lineal ausgerichtet, jede Flosse an ihrem Platz. Wie verschiedene Mannschaften haben sie alle ein unterschiedliches Flossenkleid welches sie mit ihrem Schwarm verbindet, neonblaue und unauffällige silberne, welche mit gelben Rücken uns solche mit Längsstreifen, die Vielfalt an Farben und Formen ist enorm. Irgendwann ist aber auch der gierigste Thunfisch satt und es kehrt Ruhe ein in den Schwärmen und sie verteilen sich wieder im tiefen blau des Indischen Ozeans - bis zur nächsten Jagd.
Kuda Hurra ist ein Korallenblock, eine sogenannte Putzerstation unmittelbar an der Aussenriffkante gelegen. Die Sommerzeit im Suedmale Atoll wird auch Planktonzeit genannt. Heute wollen wir wieder Mantas beobachten. Der Korallenblock liegt in nur 12 Meter Tiefe. Da wir die Tiere nicht erschrecken wollen gleiten wir 50 mtr vorher ins Wasser und pirschen uns an. Wir kommen vorbei an zwei Netzmuraenen, ein Schwarz feuerfisch steht vor einem kleinen Loch, auf was der wohl wartet? Ein Stachelrochen gleitet etwas irritiert vor uns den Abhang hinunter. Ein Napoleon hat wohl das gleiche Ziel wie wir, denn er steuert direkt auf den Block zu. Nichts - kein Manta zu sehen; aber ueber dem Korallenblock schwirren eine Unmenge von Putzer fischen. Da heisst es Geduld haben und abwarten. Wir spaehen hinaus ins blau gruene Wasser ..... kaum zu erkennen schaelt sich ein Manta aus dem Plankton - Dunst und kommt heran geschwebt, naehert sich der Putzerstation - und uns ! Wir halten den Atem an - der Manta akzeptiert uns und gleitet ueber den Korallenblock. Schon schwirren die Putzerfische zu ihm hinauf und beginnen Ihr quirrliges Geschaeft. Zwei endlos lange Minuten dauert das geputze dann dreht der Manta majesteatisch ab.
Resume: Ein tolles Erlebnis in freier Unterwasser - Wildbahn.
Cocoa Corner ist eines der am nächsten gelegenen Aussenriff Tauchplaetze an dem bei leichter Stroemung sowohl Beginner als auch Fortgeschrittene gleichermassen Freude haben. Heute sind wir zwei Gruppen mit jeweils 5 Beginnern und 7 Erfahrene Taucher. Am Aussenriff setzt uns das Tauchdhonie ab. Ich uebernehme die Beginnergruppe - alles OK? Wir lassen die Luft aus den Jackets, Druckausgleich OK ? und auf drei Meter nochmals alles klar? Wunderbar alles klappt prima. Das Riffdach am Aussenriff liegt kaum 5 meter unter uns. In drei Buddy Teams deute ich die Tauchrichtung an, Riff auf der rechten Schulterseite. Der Tauchgang fuehrt uns in einer Tiefe von nur 8 metern entlang des Drop-off´s in Richtung Kanaleingang. Alle sind gut austariert um zu verhindern, dass die jungen Korallenstoecke nicht zerstoert werden. Mit leichtem Drift und kaum einem Flossenschlag gleiten wir ueber das Riff. Vor uns ein Schwarm Gelbstriemenschnapper die uns bis auf zwei Meter herantreiben lassen und sich dann teilen. Im Blauwasser zieht eine Gruppe von Fuessilieren ihre Bahn. Hoppla unter mir eine Schildkroete, die haette ich fast uebersehen, so gut getarnt liegt sie zwischen einem Korallenstock. Kurz vor der Wasseroberflaeche sind kleine Hornhechte auf der Jagd. Wir treiben vorbei an Blaukehldoktorfischen, die emsig einen Poritesstock abraspeln. Schon wieder eine Schildkroete aber diese ist bereits auf dem Weg nach oben zum Luftschnappen. Finimeter Check bei meinen Divebuddy´s - nur noch 80 Bar. Die Stroemung nimmt merklich zu, ein Zeichen dass wir uns dem Kanaleingang naehern. Ein Adlerrochen zieht unter uns auf etwas 20 metern vorbei. Gleich kommen die Haie ! Ein wirklich toller Platz um auch den Beginnern die wunderschoenen Tiere in der Flaschregion zeigen zu koennen. Gleich drei Weiss-Spitzenhaie nebenander und keine 12 Meter Tauchtiefe. Ich hoere wie die Atemfrequenz meiner Tauchpartner zunimmt, aber ich gebe sofort jedem ein deutlisches OK - Zeichen. Kein Problem ! Ohne einen Flossenschlag und wie angebunden verharren Sie in der Stroemung. Wir driften hinter den Haien vorbei in Richtung Innenatoll. Es ist Zeit noch den Sicherheits Stop durchzufuehren. Auf 5 meter wird austariert. Ich setzte meine Oberflaechen Boje um dem Tauchboot unseren Standort zu markieren. Nach drei Minuten tauchen wir auf. Eine ganze Stunde ist im wahrsten Sinne des Wortes, wie im Flug vergangen. Alle sind natuerlich ueber Ihre Hai-Erfahrungen begeistert.
Und wir sind natürlich mit Begeisterung dabei. Der Maledivische Clean-Up-Day wird jedes Jahr in Zusammenarbeit mit den maledivischen Behörden durchgeführt und wir lassen es uns nicht nehmen, dabeizusein. Auf beiden Inseln wurden von unseren Tauchlehrern die Vorbereitungen getroffen - Flaschen bereitgestellt, Säcke verteilt, in die dann der Müll und Sonstiges, was nicht in unseren schönen Ocean gehört, gesteckt werden kann. Um 16.00 Uhr ging es dann mit jeder Menge Tauchern und Schnorchlern ins Wasser. Wir haben vorher Gruppen aufgeteilt, damit rund um die beiden Inseln ein Clean-Up- über und unter Wasser stattfinden konnte. Wir haben sehr viel gesammelt und später in Biyadoo wie in Villi Varu die gesammelten Werke vor den Tauchbasen aufgehäuft. Es kommt schon eine ganze Menge zusammen. Etwa eine Stunde später waren alle Taucher und Schnorchler wieder an der Tauchbasis versammelt. Das Hotelmanagement hatte in der Zwischenzeit ein kleines kaltes Büffet mit Sandwiches und Kuchen sowie kalten Getränken bereitgestellt, so dass die verlorene Energie sofort wieder hergestellt werden konnte.
Allen Beteiligten nochmals ein herzliches Danke - uns und den Gästen hat es riesig Spass gemacht. Wir werden nächstes Jahr bestimmt wieder dabei sein.